TP-Link WR1043ND Serial Unbrick – Teil II

Nachdem ich euch im ersten Teil dieser Anleitung erklärt habe, wie man den TP-Link WR1043ND öffnet und einen Serialport auf das Board des Routers lötet, möchte ich euch hier zeigen wie ihr über die serielle Verbindung euren Router wieder zum Leben erwecken könnt. Die meisten im Netz verfügbaren Anleitungen nutzen dafür immer Linux – ich beschreibe hier, wie ich das ganze unter Windows bewerkstelligt habe.

TP-Link WR1043ND Vorraussetzungen für den Serial Unbrick

Der zweite Teil der Anleitung spielt sich so gut wie ausschließlich auf dem PC ab. Ihr müsst diesmal nicht erst etwas bestellen (wenn ihr alle Besorgungen im ersten Teil dieser Anleitung gemacht habt), sondern benötigt nur zwei Programme:

Das ist alles – fangen wir an!

Serielle Verbindung zwischen PC und Router herstellen

Wenn wir den Serialport nun durch anlöten einer PIN-Leiste nutzbar gemacht haben, verbinden wir diesen nun mit unserem PC – in vielen Fällen wird wohl ein USB-To-Serial-Adapter eingesetzt werden. Die Belegung des Serialports des Routers ist folgende:

WR1043ND Serialport Belegung

Habt ihr euren seriellen Adapter angeschlossen, so müsst ihr diesen noch in der Systemsteuerung auf die richtigen Werte für die Kommunikation mit dem Router setzen. Der Router erwartet eine serielle Verbindung mit 115200 Bits pro Sekunde, bei 8 Datenbits, eine Stopbit, keiner Parität und keiner Flusssteuerung. Nachfolgend ein Bild der Konfiguration:
WR1043ND Serialport Konfiguration Systemsteuerung

Nun könnt ihr mittels PuTTY eine Verbindung zum TP-Link WR1043ND herstellen. Unter PuTTY stellt ihr den Modus „Serial“ ein und wählt bei der Geschwindigkeit 9.600 Baud. Ich habe meine PuTTY-Einstellung noch einmal in einem Bild festgehalten:
WR1043ND PuTTY Konfiguration

Wenn ihr nun die Verbindung herstellt, müsstet ihr bereits den Bootvorgang des Routers in eurem PuTTY-Terminal-Fenster mitlesen könnne:

WR1043ND Serial Terminal - 0 Boot

Da die Firmware auf dem Router ja kaputt ist – sonst würden wir das ganze hier nicht machen – befindet sich der Router in einer Boot-Schleife. Ihr werdet eine ähnliche Ausgabe wie ich vorfinden:

Wenn ihr alles mitlesen könnt und eine Ähnliche Ausgabe habt, dann habt ihr alles richtig gemacht und könnt fortfahren. Seht ihr nichts, checkt eure „physische“ serielle Verbindung und checkt die Einstellung eures USB-TTL-Adapters in der Systemsteuerung sowie die PuTTY-Verbindungsparameter.

Übertragung des Firmwareimages vorbereiten

Bevor wir nun wild auf der Konsole rumhacken, müssen wir Router und PC per Netzwerk verbinden und einen TFTP-Server einrichten. TFTP steht für Trivial File Transport Protokoll und ist die schnellste mir bekannte Möglichkeit das Firmwareimage auf den Router zu übertragen. Eine Übertragung eines Firmwareimages über den Serialport kann aufgrund der eingeschränkten Übertragungsrate ca. eine halbe Stunde dauern.


Den Router mit dem PC per LAN verbinden

Es muss also eine Netzwerkverbindung zwischen Router und PC hergestellt werden. Es ist egal, ob diese direkt erfolgt oder über einen Switch. Wenn ihr eine direkte Verbindung zum Router herstellt, empfehle ich euch eurem PC vorübergehend eine feste IP-Adresse zuzuweisen, da ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit keine IP-Adresse von einem Server bekommen habt – Es bietet sich immer an die „192.168.0.1“ mit einer Subnetmask von 255.255.255.0 zu wählen. Habt ihr noch einen funktionierenden DHCP-Server und seid nicht direkt mit dem TP-Link WR1043ND verbunden, so könnt ihr eure IP-Adresse am schnellsten über die Console (Start -> „CMD“ Enter) ermitteln. Der Befehl „ipconfig“ zeigt euch alle Netzwerkinformationen an:

In meinem Fall ist die IP-Adresse meines Computers im Netzwerk die „192.168.0.69“. Wichtig ist, dass ihr eure IP-Adresse für die folgenden Schritte kennt.

Einen TFTP-Server einrichten

Wie bereits geschrieben, sollten wir einen TFTP-Server für die Übertragung des Firmwareimages zum Router nutzen. Das Programm TFTPD64 könnt ihr nach dem Download und entpacken direkt starten – eine Installation ist nicht erforderlich.
In diesem Tool müsst ihr nur zwei Dinge einstellen:

  • Das Basisverzeichnis, welches TFTPD64 im Netzwerk bereit stellt – in meinem Fall „c:\“
  • Die IP-Adresse auf der TFTPD64 lauscht – bei mir „192.168.0.69“

WR1043ND TFTPD64 Konfiguration

In dem gewählten Ordner sollte natürlich auch das heruntergeladene Firmwareimage liegen. Ich empfehle noch dieses umzubenennen, damit man später keinen ewig langen Namen in PuTTY eintippen muss.

Nun ist soweit alles vorbereitet – ran an die Konsole!

Die Arbeiten auf der Konsole

Die serielle Verbindung mittels PuTTY sollte immer noch stehen – falls nicht, stellt diese wie oben beschrieben wieder her. Als erstes müssen wir den Bootvorgang von U-Boot (der Bootloader des TP-Link WR1043ND) unterbrechen. Dafür müssen wir, sobald wir folgendes lesen:

schnell „tpl“ eintippen und mit Enter bestätigen. Wir befinden uns nun auf der Konsole von U-Boot.


Als erstes vergeben wir dem Router eine IP-Adresse und geben die IP-Adresse des TFTP-Servers bekannt. In meinem Fall bot sich folgendes an:

Anschließend lassen wir uns die nun aktive Konfiguration des Routers mit dem Befehl „printenv“ anzeigen:

Seht ihr diese 3 Zeilen (natürlich mit den von euch gewählten IP-Adressen), scheint alles Okay zu sein und es kann weiter gehen.
Als nächstes löschen wir den ROM des TP-Link WR1043ND:

Nun übertragen wir das Firmwareimage mittels TFTP:

Dann schreiben wir das übertragene Firmwareimage in den ROM:

Der gesamte Vorgang müsste wie in der folgenden Bilderserie aussehen:

Anschließend sollte der Router wieder normal starten und mit den gewohnten Funktionen, jedoch ohne Konfiguration, zur Verfügung stehen. Probiert dies aber aus bevor ihr fortfahrt.

Den TP-Link WR1043ND wieder zusammen bauen

Funktioniert wieder alles, müsst ihr den Router nur wieder zusammen setzen. Man kann auch drüber nachdenken den Serialport für weitere Experimente nach außen zu führen. Beispiele gibt es hier. Beim zusammenbau könnt ihr einfach Rückwärts den Schilderungen des ersten Teils der Anleitung folgen. Zusammenbauen ist wesentlich einfacher als das Zerlegen des Routers.

Quellen und Informationen die ich genutzt habe

Für dies Anleitung (und natürlich den Unbrick meines Routers) – inbesondere diesen zweiten Teil – habe ich folgende Quellen genutzt:

Abschließende Worte

Ich hoffe euer Router funktioniert wieder und diese Anleitung konnte dem Ein oder Anderen helfen, seinen TP-Link WR1043ND wieder zum Leben zu erwecken. Wenn ihr Fragen bzw. Anmerkungen habt, hinterlasst doch einen Kommentar. Ich versuche euch zeitnah zu helfen.

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