Gaming PC zusammenstellen für wenig Geld – Mai 2014

Gaming PC zusammenstellenEinen Gaming PC zusammenstellen ist nicht schwer. Wählt man die verbauten Komponenten selbst und schraubt den PC zusammen, bekommt man meist mehr Leistung für sein Geld als bei fertigen Angeboten aus dem Mediamarkt und Co.
Häufiger werde ich gefragt welcher Prozessor, oder welche Grafikkarte zurzeit gut und günstig ist. Auch das Internet ist voll von Fragen wie man einen guten Gaming PC zusammenstellt.
Die vermehrten Anfragen in der letzten Zeit bewegten mich dazu, diesen Artikel zu schreiben. Hier möchte ich aufzeigen welche Komponenten ich mir Stand Mai 2014 kaufen würde, würde ich jetzt einen Gaming PC zusammenstellen. Der Gesamtpreis der Konfiguration soll 650 € nicht übersteigen.

Worauf kommt es beim Gaming PC zusammenstellen an? Was ist weniger wichtig?

Bei einer Zusammenstellung für einen Gaming PC gelten andere Maßstäbe als bei Office PCs, oder Multimedia PCs. Bei Rechnern deren Haupteinsatzzweck Computerspiele zählt vor allem eins: die Anzahl der Bilder pro Sekunde, die auf dem Bildschirm erscheinen. Der Rechner sollte für alle aktuellen Spiele ausreichen und auch das ein oder andere Qualitätsverbessernde Feature (Sprich Anti Aliasing, Anisotropes Filterung oder Tesselation) zulassen. Weniger (nicht un)wichtig ist die Lautstärke, Anzahl der USB-Ports, bzw. sonstige Ausstattung.
CPU und Grafikkarte sollten in einem guten Verhältnis zueinander stehen. Eine zu schwache CPU kann eine starke Grafikkarte ausbremsen und umgekehrt. Nachfolgend nun mein Bauvorschlag…

AMD oder Intel, Radeon oder Geforce

Die Frage, ob der Rechner auf AMD oder Intel, bzw. die Grafikkarte eine Radeon oder lieber doch eine Geforce von nVidia sein sollte, ist eine Glaubensfrage. Bei gleichem Preis liefern die Komponenten der verschiedenen Hersteller ähnliche Leistung. Nachdem ich Jahrelang Rechner auf AMD Basis hatte (AMD K6, Athlon, Athlon 64 x2, Phenom 2) bin ich nun auf Intel umgestiegen. Generell liefern Prozessoren und Mainboards von AMD bei gleichem Preis meist ein paar mehr Features als die Intel Pendants. Diese hingegen liefern eher ein bisschen mehr Leistung.
Bei dieser Gaming PC Zusammenstellung fällt die Wahl bei Prozessor und Mainboard auf Intel (Sockel 1150) – für Grafikkarten wird sowohl ein AMD als auch ein nVidia-Vorschlag gemacht.

Der Preis entscheidet bei Gehäuse, Laufwerke, Mainboard, Speicher

Bei der Wahl des Gehäuses, der Laufwerke, des Mainboards sowie des Speichers sollte der Preis entscheiden. Keine der Komponenten hat einen entscheidenden Einfluss auf die Leistung des gesamten Computers in Gaming-Szenarien.

Gehäuse

Beim Gehäuse sollte man auf den eigenen Geschmack hören – der eine mag es lieber bunt, der andere eher schlicht. Als Preislimit setze ich 30 € an. Wie bereits geschrieben – das Geld sollte in die Leistung fließen. Folgende konkreten Vorschläge mache ich für diese Gaming PC Zusammenstellung:

[asa]B00GIKT1BK[/asa][asa]B00B1MU8AI[/asa][asa]B00DDD4X1S[/asa]

Laufwerke

Bei den Laufwerken muss man sich zunächst entscheiden – braucht man wirklich noch ein CD-/DVD-Laufwerk/Brenner? Ich habe mich vor ca. 4 Jahren dagegen entschieden und es nicht bereut. Wofür benötigt man heutzutage noch DVDs?

  • Windows installieren: kann auch von USB-Sticks durchgeführt werden. Den Inhalt der Setup-DVD gibt es auch im Internet.
  • Filme schauen: gilt eigentlich nur bei Leih-DVDs. Viele Filme können per Video On Demand etc. gestreamt werden.
  • Daten auf DVD transportieren: USB-Sticks sind weit unkomplizierter und bieten mehr Speicherplatz
  • Solltet ihr doch ein DVD-Laufwerk/Brenner brauchen, gebt nicht mehr als 10 € für ein Laufwerk bzw. 15 € für einen Brenner aus

FestplatteBei Festplatten bzw. SSDs gilt für mich folgendes. Ein PC sollte mindestens ca. 500 GB Festplattenspeicher haben. Kann man sich keine SSD dieser Größe leisten (knapp 250 € – bei 650 € Gesamtbudget einfach nicht drin) braucht man zusätzlich eine Festplatte. Warum 500 GB? Nun – Festplatten werden meistens in den Schritten 64GB, 128GB, 256GB, 512GB etc. Angeboten – ich bin der Meinung 256 GB reichen noch nicht aus – hier ein Paar Größenangaben von Software bzw. Spielen:

  • Battlefield 4: 30 GB
  • Titanfall: 50 GB
  • NFS Rivals: 10 GB
  • Windows 8: 25 GB
  • Datei für Ruhezustand – hibernate.sys: 8 GB

Mit den genannten Anwendungen, Spielen, Notwendigkeiten, wäre eine 256 GB Festplatte schon zur Hälfte Voll. Ohne eigene Bilder, Filme und sonstiges. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass man unter 500 GB nur ständig am „Aufräumen“ ist und nur Kompromisse eingeht – aus diesem Grund ist in dieser Gaming PC Zusammenstellung eine stinknormale Festplatte enthalten. Fairerweise muss man dazu sagen, dass SSDs weit schnellere Ladezeiten als HDDs haben – das Spiel selbst wird dadurch aber keinen Frame schneller laufen.
Das Budget für die Festplatte sollte 50 € nicht überschreiten. Dafür bekommt man von allen namenhaften Herstellern Festplatten mit ca. 1 TB Kapazität.


Mainboard

Das Mainboards ist die Zentrale des Computers. Über das Mainboard kommunizieren CPU, Grafikkarte, Festplatte und „Gamer“ miteinander. Auch hier ist der Hersteller eher Glaubenssache – ich nutze seit Jahren AsRock und bin von deren Qualität überzeugt. Bei einem Gesamtbudget von 650 € und der Festlegung auf Intel kommen nur zwei Chipsätze überhaupt in Frage: H81 oder B85. Hier gilt generell H81 < B85 < H87 < Z-Serie - Ich habe sowohl H81 als auch B85 Mainboards im Einsatz. Beide Chipsätze erfüllen ihren Zweck. Im Alltag benötige ich die Vorzüge des B85 Chipsatz nicht einmal. Aus diesem Grund ist die Basis dieser Gaming PC Zusammenstellung ein H81 Mainboard. Folgende Empfehlungen:

  • ASRock H81M-VG4
  • Biostar H81MG
  • ASRock H81M-DGS

Ich schließe hier keinen Hersteller aus – als Zielbudget sollte man 40 € einplanen und sich bei Ausstattung (USB-Ports, SATA-Ports, etc.) an den eigenen Bedürfnissen orientieren.

Arbeitsspeicher

Zum Arbeitsspeicher gilt generell: Es muss DDR3 sein und je mehr Mhz und GByte desto besser. Als sinnvoll haben sich 2.400 Mhz bei einer CL von 11 und insgesamt 8 GByte RAM in einem Modul erwiesen. Auch hier schwöre ich nicht auf einen bestimmten Hersteller, sondern habe immer den genommen der gerade am günstigsten ist. Am häufigsten wurden bisher Infineon, Crucial und Corsair verbaut – ohne besonders gute oder schlechte Erfahrungen gemacht zu haben. Mehr als 80 € sollte man jedoch nicht ausgeben.

Das Netzteil – hier blos nicht geizen

Auf eine Komponente sollte besonders Wert gelegt werden – auf das Netzteil. Hier ist Geiz überhaupt nicht Geil! Spart man am Netzteil und kauf hier billig, kann sich das in unreproduzierbaren Abstürzen, Bluescreens und im schlimmsten Fall Hardwaredefekten äußern. Investiert man richtig bestehen gute Chancen, dass man das Netzteil über mehrere Prozessor- und Grafikkartengenerationen hinweg nutzen kann. Für diesen Bauvorschlag rate ich zu einem 450 Watt Netzteil – dieses bietet noch ca. 20 % Reserve und arbeitet damit nicht immer am Anschlag und bietet noch genug Luft für die Zukunft. Als Budget sollte man ruhig 50 € einplanen. Aktuell rate ich zu folgendem Netzteil: 450 Watt be quiet! System Power 7. Dieses ist auch für Haswell geeignet und recht günstig!
[asa]B00ABKSQLE[/asa]

Der Prozessor – Intel Xeon 1230v3

Gaming PC zusammenstellen Intel Xeon 1230v3Beim Prozessor gibt es schon seit längerem einen Geheimtipp: Der Xeon 1230v3. Dieser Prozessor besitzt vier Kerne mit 3.3 Ghz Basistakt – zusätzlich aber noch dank Hyperthreading weitere vier virtuelle Kerne. Damit entspricht der Xeon 1230v3 fast einem Intel Core i7 4770 – jedoch kostet der Xeon nur knapp 200 €, der Core i7 ganze 50 € mehr. Um das Budget nicht zu sprengen rate ich zunächst den Standardkühler (im Lieferumfang des Xeon enthalten) zu verwenden und später bei Bedarf zu tauschen.
Warum gerade der Xeon und keine günstigere CPU aus dem Hause Intel? Die Wahl fällt aus dem einfachen Grund auf den Xeon, da günstigere CPU-Modelle gleich weit weniger Leistung liefern würden (kein Hyperthreading bedeutet teilweise gleich 30 % weniger Leistung – je nach Anwendungsfall). Die Leistung dieser CPU ist so enorm, dass eine neue Investition in eine CPU erst in ferner Zukunft anstehen wird. Das Einsparungspotential beträgt hier auch nur ca. 50 € – unter 150 € bricht die Leistung auch bei den Intel CPUs dann relativ stark ein.

Die Grafikkarte

Im Gegensatz zum Prozessor gibt es hier keinen Geheimtipp – Für die Grafikkarte bleiben bei einem Zielbudget von 650 € mit den obigen Empfehlungen noch ca. 200 € übrig. Für dieses Geld bekommt man entweder eine nVidia Geforce GTX 760 oder eine AMD Radeon 270x. Beide spielen in der gleichen Liga und bieten für alle Spiele in FullHD genügend Leistung. In älteren Spielen lässt sich zudem auch mal Anti Aliasing oder weitere Effekte einschalten. Die konkreten Empfehlungen:

[asa]B00FTV4L2S[/asa][asa]B00DMUN9TE[/asa]

Ich persönlich würde wohl die Radeon kaufen – aber das ist meine subjektive Meinung. Solltet ihr noch unerwartet 100 € finden, empfehle ich auch hier die Investition in die nächst höheren Serien, also Radeon R9 280x und Geforce GTX 770. Der Leistungszuwachs macht sich bemerkbar – aber auch mit den beschriebenen Grafikkarten werdet ihr sehr wahrscheinlich viel Spaß haben.


Für 650 € kann man einen guten Gaming PC zusammenstellen

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass man mit 650 € einen wirklich guten Gaming PC zusammenstellen kann. Zwar muss man den ein oder anderen Kompromiss eingehen – dennoch wird man eine recht hohe Spieleleistung für sein Geld erhalten. Die Grundkomponenten dieses Bauvorschlags stellen teilweise schon eine Investition in die Zukunft dar – CPU, Mainboard und Netzteil werden die Grafikkarte sehr wahrscheinlich überdauern. Ist der Rechner zu langsam, tauscht man in ein, zwei Jahren einfach die Grafikkarte und kann den Rest des Gaming PCs weiterverwenden.

Ich hoffe dieser Artikel ist für den ein oder anderen Hilfreich 🙂

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