Erfahrungsbericht: Android Streaming Media Player Quadcore RK3188 SmartTV Box AC8350

Vor gut einem Monat habe ich mir einen Android-Mediaplayer gekauft, über den ich heute berichten möchte. Auf den ersten Blick handelt es sich um ein NoName-Gerät, denn es sind keine Brauchbaren Herstellerinformationen zu finden – Die einzige Modellbezeichnung die sich auf der Rückseite findet lautet AC8350. Nach einiger Recherche fand ich heraus, dass es sich wohl um das international gängige Model T-R42 der Firma Hisilikon handelt – ihr findet sie z.B. hier bei Amazon.

AC8350 Hardware Netzteil Fernbedienung

Technische Details:

  • CPU: 1.600 Mhz Rockchip RK3188
  • GPU: 400 Mhz Mali 400 (OpenGL ES 1.1/2.0 und OpenVG 1.1 Support)
  • RAM: 2 GB DDR 3
  • Internal Storage: 8 GB Nand Flash
  • External Storage: MicoSD-Slot, bis zu 32 GB RAM
  • Netzwerk: 100 MBit Base-T LAN, 2.4 Ghz WiFi nach 802.11 b/g/n
  • Anschlüsse: HDMI-1.3-Ausgang, SPDIF-Ausgang, Composite-AV-Ausgang (mit Adapter 3,5-mm-Klinke auf 3x Cinch), 2x USB-Host, 1x USB OTG, 1x RJ-45-Lan

AC8350 Hardware Anschlüsse hinten

Software Details:

  • Android 4.2

Lieferumfang:

  • Netzteil
  • Fernbedienung
  • Adapter – 3,5-mm-Klinke auf 3x Cinch
  • HDMI-Kabel

Ich möchte nachfolgend nicht alle blutigen Details dieser Box wiedergeben und eine Benchmarkschlacht starten, sondern mich auf in meinen Augen wichtige Details und meine eigenen Eindrücke beschränken.

Die Fernbedienung:

AC3850 FernbedienungUm es kurz zu machen – man kann mit ihr einfache Befehle an die Android-Box senden – mehr auch nicht. Haptik und Optik sind komplett im grünen Bereich. Die Fernbedienung ist recht klein geraten. Sie liegt dadurch aber gut in der Hand. Das Gewicht geht für die Größe komplett in Ordnung. Alle Tasten haben einen ordentlichen Druckpunkt und geben bei Gebrauch auch ein akustischen Feedback („knack“). Die Kommunikation zwischen Box und Fernbedienung ist Infrarot basiert, fiel jedoch nicht negativ auf. Es musste kein unmittelbarer Sichtkontakt zwischen Box und Fernbedienung bestehen – Boden und Wand gingen als Reflektionsmedium komplett in Ordnung. Hindernisse (Menschen, Tische, Stühle) zwischen Box und Fernbedienung waren allerdings nicht OK und führten zu Falscheingaben bzw. riefen überhaupt keine Reaktionen hervor.

Die Box an sich:

Das Gerät ist wirklich gut verarbeitet. Wenn man die TV-Box anfässt hat man nicht das Gefühl ein billiges Produkt in den Händen zu halten. Das Gerät ist wirklich ziemlich kompakt gebaut und fühlt sich recht wertig an. Alle Anschlüsse sind sauber verarbeitet und alle Stecker (die ich ausprobiert habe) passten ohne Probleme in die dafür vorgesehenen Anschlüsse. Einziges Manko: die Box wird im Betrieb recht warm – Ausfälle konnte ich dadurch aber noch nicht beobachten.

Ein Highlight dieser TV-Box: der LAN-Anschluss. Dieser funktioniert tadellos und die Übertragungsraten waren durchweg höher als per WLAN. Generell bin ich ein Verfechter der kabelgebundenen Netzwerke – empfehle aber jedem, insbesondere sobald HD-Streaming ins Spiel kommt, auf das gute, alte LAN-Kabel zurück zu greifen.

Betriebssystem und Softwarekompatibilität:

Android LogoDie Box wird mit einem ganz normalen Android 4.2 ausgeliefert – das ganze ist sehr nah an der Google-Edition gehalten – keine speziellen Launcher, nichts was in Erinnerung geblieben oder erwähnenswert wäre. Die mitgelieferten Apps (Mediaplayer und -viewer, auch Netzwerkfähig) verdienen es nicht hervorgehoben zu werden. Der Appstore ist voll mit besseren Alternativen – dies ist ja gerade der Hauptgrund, warum man sich einen Mediaplayer auf Androidbasis kauft.


Ich habe verschiedenste Software auf der Box getestet: MX-Player, Youtube, XBMC, Play Music, Chrome – alle Programme liefen. Insgesamt konnte ich keine Anwendung finden, die den Dienst auf dem Gerät verweigert hat.

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Zu MX-Player und XBMC möchte ich aber dennoch kurz einige Worte verlieren.

MX-Player: Das Programm kann wirklich alle gängigen Formate abspielen. DIVX, MKV – verschiedene Bitraten, 24p – alles kein Problem. Allerdings war es mir nicht möglich einen DTS oder AC3-Passthrough zu erzwingen. Ich hatte zwar irgendwie Surround-Sound – kann aber nicht 100% sagen ob dieser durch meine AV-Receiver simuliert wurde, oder analog über das HDMI Kabel kam. Passthrough und Decoding über den AV-Receiver war es aber nicht – das konnte ich hören!

XBMC: Die Software läuft wirklich gut. Menüs lassen sich sehr präzise und ohne Verzögerung bedienen, nichts stockt – die Smoothness ist vergleichbar mit dem Betrieb auf einem Intel Atom oder AMD MiniPC. Leider gab es aufgrund zurzeit mangelhafter Hardwareunterstützung des RK3188 Chipsatzes Probleme bei der HD-Wiedergabe von MKV-Dateien. Das scheint derzeit eine unglückliche Kombination aus XBMC und RK3188 zu sein (die neue Version von XBMC „Gotham“ unterstützt auch den RK3188 – allerdings ist mir damit auch kein „ruckelfreier“ Betrieb geglückt). Insgesamt war die HD-Wiedergabe nicht zufriedenstellend – Leider. DTS und AC3-Passthrough über HDMI waren auch hier nicht möglich.

Kurz zum Konzept – Android auf einer TV-Box bzw. als Mediaplayer:

Stellt euch folgendes vor: Android hat sich so entwickelt wie wir es alle kennen – nur der Touchscreen fehlt. Wir haben stattdessen Richtungstasten mit denen wir uns durch die Icons und Menüs hangeln können. Falls das mal nicht so richtig klappt haben wir als Alternative einen Knopf mit dem wir auch einen virtuellen Mauszeiger darstellen können – welchen wir dann wiederum mit den Pfeiltasten bedienen – sic! Ein Alptraum?

Nun ja – genau so verhält sich die Steuerung der hier beschriebenen TV-Box. Android mit Pfeiltasten zu bedienen ist wirklich nicht komfortabel – ebenso die Bedienung der meisten Apps. Es ist nicht vorhersehbar welches Element man mit einem Klick nach Oben, Unten, Links oder Rechts auswählen wird. Teilweise habe ich es gar nicht geschafft bestimmte Felder ohne den Maus-Modus anzusteuern. Man wechselt ständig zwischen Maus und „Pfeiltasten“-Modus hin und her – nur leider kann man den Mauszeiger – wie bereits gesagt – auch nur per Pfeiltasten bewegen und braucht viel Zeit, bis man den Mauszeiger an sein Ziel dirigiert hat.


Sobald man XBMC gestartet hat sieht alles ganz anders aus. XBMC ist auf die Bedienung mit einer Multimediafernbedienung ausgelegt. Das klappt dann auch wirklich perfekt. Dies ist kein Fehler der AC8350– oder T-R42TV-Box – eher ein generelles Android-Problem. Android ist einfach nicht auf die Bedienung per Fernbedienung ausgelegt.

Für die hier bemängelte Usability der Box gibt es jedoch eine Lösung in Form einer Fernbedienung ähnlich der WII-Fernbedienung – sollte man sich für diese TV-Box (oder überhautp eine Android-TV-Box) entscheiden, sollte man diese Zusatzinvestition gleich mit einkalkulieren. Ein Review hierzu folgt in kürze!

Fazit:

An sich ist die Box wirklich gut. Für einen Preis von ca. 100 € hatte ich schon Mediaplayer mit weit weniger Funktionen, schlechterem Design und mangelhafter Verarbeitung daheim. Zu den Highlights dieser Box zählt definitiv die Tatsache das Android als Betriebssystem zum Einsatz kommt. Der Appstore ist voll mit Apps – alleine die Tatsache, dass man hiermit einen guten Youtube-Player hat, ist wirklich klasse. Android ist aber gleichzeitig auch Fluch der Box – wenn Google einmal eine TV-Box auf den Markt bringt, so wird sichern och am Bedienkonzept gefeilt. Android ist noch nicht so ganz bereit dafür. Nachfolgend noch einmal kurz die High- und Lowlights dieses Gerätes:

++ Geschwindigkeit (Quadcore)
++ 100-MBit-LAN vorhanden
++ Anschlüsse
++ Android (und damit der gesamte PlayStore)
++ Spielt gängige HD-Formate
++ Preis / Leistung
00 Gerät wird ziemlich warm – allerdings keine Nachteile dadurch feststellbar

— leider nicht komplett zufriedenstellend mit XBMC
— kein DTS / AC3 Throughtput (Decoding durch AV-Receiver), trotz HDMI und SP-DIFF-Schnittstelle
— Android-Bedienkonzept nicht für eine einfache Fernbedienung ausgelegt

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