Crucial M500 480 GB im Test

Crucial M500 CoverEndlich ist sie bei mir eingetroffen – die SSD der Marke Crucial M500 mit einer Kapazität von 480 GByte. In diesem kurzen Artikel erfahrt ihr, was die SSD zu leisten im Stande ist. Nachdem schon meine erste SSD aus dem Hause Crucial kam (C300 mit 128 GByte) und lange überzeugen konnte – jetzt aber einem größeren Modell weichen musste – war ich gespannt, wie sich die „Enkel“-Generation denn nun schlagen würde.

Einige Worte zur Crucial M500 Serie

Crucial stellt im SSD-Markt neben Samsung eine Besonderheit dar: Als Tochtergesellschaft von Micron, einem der größten NAND-Hersteller weltweit! Meines Wissens kann neben Crucial nur Samsung auf Speicherchips aus dem eigenen Haus zugreifen. Dies hat mehrere Vorteile: Man kann früher auf die Speicherchips aus dem eigenen Haus zugreifen und hat somit einen Zeitvorteil bei der Entwicklung gegenüber der Konkurrenz. Außerdem kann man auf einen riesigen Erfahrungsschatz zugreifen, da Micron ein alter Hase im Speichergeschäft ist. Die Erwartungen an die Crucial M500 sind also relativ hoch.
Bei der M500-Serie von Crucial wurden nun auch einige Neuerungen eingeführt. Um dem stetigen Preisdruck im SSD-Markt entfliehen zu können, oder anders: hier neue Bestmarken setzen zu können, setzt Crucial bei der M500 auf 128 GBit (16 GByte) große Speicherzellen aus eigenem Hause (also von Micron). Diese werden in einem 20-nm-Prozess gefertigt und damit ziemlich Modern – jedoch aufgrund der kleinen Strukturbreite des 20-nm-Prozesses potentiell nicht so langlebig wie ältere, in größeren Prozessen gefertigte Speicherchips. Durch die Nutzung dieser neuen Speicherzellen mit einer größe von 16 GByte (bisher üblich waren 8 GByte) leidet allerdings auch die Performance ein bisschen. Die Leistung einer SSD hängt in erster Linie von der Anzahl der verwendeten Speicherchips ab. Kleinere Modelle einer SSD-Serie sind in der Regel langsamer als die großen Modelle – die magische Grenze lag meist bei 256 GByte großen SSDs. Erst ab dieser Größe hatte man die maximale Leistung. Durch die verdopplung der Größe von 8 GByte auf 16 GByte verschiebt sich diese Grenze nach „oben“. Wurden bisher für 256 GB 32 Chips genutzt (4 Stück pro Speicherkanal), so reichen bei den neuen Chips aus dem Hause Micron 16 Chips für die gleiche Größe. 32 Chips kommen also erst wieder im Modell mit 512 GByte zum Einsatz. Von diesen 512 GByte bietet Crucial dem Endanwender aber nur 480 GByte an – 32 GByte werden für Wearleveling und als Reserve genutzt. Für diese Maßnahme entschied man sich wohl aufgrund der geringeren Lebenserwartung der Chips aus dem 20-nm-Prozess. Die Nachteile, die durch die geringere Anzahl an Speicherchips entsteht versucht Crucial durch höhere Übertragungsraten zwischen Controller und Speicherchips zu kompensieren. Dies klappt allerdings nicht ganz, auch wenn Crucial die Übertragungsrate hier von 200Mhz auf 333 Mhz angehoben hat.
Beim Controller setzt Crucial wie eh und je auf einen Prozessor aus dem Hause Marvel – nun auf den Mavel 88SS9187. Dieser Controller sorgt für die 6 GBit Sata 3.1 Anbindung und ausgefeilte Wear-Leveling und Fehlerkorrekturmechanismen.

Lieferumfang der Crucial M500

Die Crucial M500 kommt in einer Verpackung die nicht größer als zwei übereinander liegende CD-Hüllen ist – also wirklich sehr klein. Das innere der Verpackung beherbergt ausschließlich die antistatisch Verpackte SSD und einen kleinen Plastikrahmen um – je nach Einbauszenario – die „Dicke“ der SSD zu verändern. Handbücher, Kabel, Schrauben oder 3,5″ Einbaurahmen – all dies sucht man vergebens und ist nicht Bestandteil des Lieferumfangs der Crucial M500.

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Technische Daten der Crucial M500

  • Interface: SATA 6 GBit/s (Abwärtskompatibilität zu 3 Gb/s)
  • Max seq. Read: 500 MByte/s
  • Max seq. Write: 400 MByte/s
  • Max IOPS rand. Read: 80.000
  • Max IOPs rand. Write: 80.000
  • Angaben zur Haltbarkeit: 1,2 Millionen Stunden (MTTF) oder 72 TByte (entspricht 5 Jahre lang 40 GByte pro Tag)

Diese Angaben sind ohne Gewähr und stammen von der Herstellerseite.

Benchmarks der Crucial M500

Ich habe insgesamt 5 Benchmarkläufe mit AS SSD durchgeführt. Aus allen Messwerten wurden die Mittelwerte gebildet. Die Resultate habe ich in nachfolgender Grafik aufbereitet (alle Angaben in MByte/s):
Crucial M500 480 Messwerte AS SSD
Die einzelnen Werte:


  • Sequentiell (Lesend/Schreibend): 475,64 / 404,13
  • 4K Blöcke (Lesend/Schreibend): 17,68 / 68,86
  • 4K 64 Threads (Lesend/Schreibend): 333,35 / 268,76

Diese Messwerte lassen bereits erkennen, dass die theoretischen Angaben von Crucial nicht ganz erreicht werden. Ausreichend ist die Leistung im Alltag allemal.

Fazit

Crucial hat mit der M500 ein ordentliches Laufwerk auf den Markt gebracht. Die Leistung stimmt (zumindest beim 480-GByte-Modell) – wenn auch nicht immer gleichauf mit der Konkurrenz oder den eigenen Angaben – aber dennoch durchaus ausreichend in allen Lebenslagen. Punkten kann die SSD in erster Linie über den Preis. Kein Hersteller kann die von Crucial aufgerufenen Preise derzeit unterbieten. Die Kaufempfehlung geht daher an alle, die zu einem vernünftigen Preis Magnetplatten aus ihrem Rechner verbannen wollen ohne große Abstriche beim Speicherplatz zu machen oder Unsummen auszugeben. Enthusiasten werden mit dieser SSD nur zum Teil glücklich. Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt und meine alte Western Digital Black-Series kann in Frieden ruhen.

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