Owncloud unter Debian/Ubuntu mit nginx installieren

owncloud logoHeute möchte ich euch kurz zeigen, wie ihr schnell und einfach die selbstgehosetete Cloudlösung Owncloud unter Debian bzw. Ubuntu installieren könnt. Da wir keine veraltete Owncloud-Version wollen, und auch nicht auf den Apache-Webserver mit standard PHP setzen, ist ein wenig Vorbereitung gefragt. Wir setzen nicht auf die Standardpaketquellen und führen kein einfaches


aus. Mit dem nachfolgend beschriebenen Vorgehen erhaltet ihr am Ende eine ownCloud Installation, die unter dem freien und sehr schnellen Webserver nginx und dem PHP Fast Process Manager arbeitet. Dieser ist für das Hosting der eigenen Cloud (und auch in vielen anderen Fällen) sehr gut – meist sogar besser geeignet als der Webserver Apache. Einen positiven Einfluss auf die Performance unserer eigenen Cloud hat es auf jeden Fall.

Ich habe die Anleitung unter beiden Systemen – sowohl Ubuntu, als auch Debian – getestet – Sie funktioniert! Eine Besonderheit gibt es bei der Installation unter Debian: Da ihr hier in vielen Fällen direkt als root arbeiten könnt, verzichtet ihr auf sudo, d.h. ihr führt alle hier angegebenen Befehle ohne das vorangestellte sudo durch.

Inhaltsverzeichnis

1. Installation verschiedener Softwarepakete
1.1. Den Webserver nginx
1.2. Php 5 mit allen benötigten Zusatzpaketen
1.3. MySQL
1.4. OwnCloud
2. Einige Konfigurationsarbeiten durchführen
2.1. MySQL-Datenbankuser und -Datenbank für ownCloud erzeugen
2.2. Konfiguration von nginx für den Betrieb von ownCloud
2.3. Owncloud konfigurieren

Nun geht’s los!

1. Installation der benötigten Softwarepakete

1.1. Den Webserver nginx installieren

Zunächst installieren wir den freien Webserver nginx. Wir nutzen hier die aktuellste stabile nginx-Version. Der ganze Vorgang ist aber recht einfach. Wir laden zunächst zur Validierung der nginx-Quellen ein Keyfile herunter und fügen das zum Apt-Paketmanager hinzu:

Als nächstes bearbeiten wir die Datei in der alle Paketquellen enthalten sind und fügen das Repository von nginx hinzu:

Dann fügen wir am Ende dieser Datei die folgenden Zeilen für Debian an:

Für Ubuntu nutzen wir in der aktuellsten Version diese Zeilen:

Wobei codename für den Namen der eingesetzten Version steht. Die aktuell verfügbaren Codenames und damit unterstützten Versionen findet ihr hier. Aktuell (Mai 2014) sind dies die folgenden:

  • Debian: wheezy
  • Ubutnu: trusty

Nun können wir nginx installieren, nachdem wir alle vorherigen nginx Installationen entfernen und noch einmal die Paketquellen aktualisieren:

gelangen alle benötigten Pakete auf die Festplatte unseres Servers

1.2. PHP 5 installieren

Bei PHP 5 setzen wir auf den FastCGI Process Manager (php5-fpm) – dieser arbeitet in Verbindung mit nginx wirklich komfortabel und die Konfiguration geht leicht von der Hand, bietet dennoch genügend Konfigurationsmöglichkeiten um nahezu allen Szenarien gerecht zu werden. Ideal für unser Einsatzzweck – eine eigene Owncloud zu betreiben. Zusätzlich installieren wir gleich eine Reihe von php-Paketen, die für den Betrieb von Owncloud unabdingbar sind. Mit folgendem Befehl starten wir die Installation:

Eventuell werden zusätzliche Pakete (über die oben aufgelisteten hinausgehend) mit installiert – dies ist nicht weiter tragisch und wir stimmen der Installation zu.

Alle in diesem Schritt installierten Pakete landen ohne weitere Nachfragen auf der Platte – wir könn direkt mit der Installation von MySQL fortfahren.

1.3 MySQL installieren

Bei MySQL – mittlerweile eine Datenbanklösung aus dem Hause Oracle – installieren wir zwei Komponenten. Den MySQL-Server und einen MySQL-Client, der es uns ermöglicht uns mit dem MySQL-Server zu verbinden und Abfragen zu stellen.

Bei der Installatio werden wir diesmal nach einigen Informationen gefragt.

Wir sollen ein Passwort für den root-User der Datenbank angeben. Dieses Passwort sollte sicher gewählt werden, da dieser User alle Rechte innerhalb des MySQL-Servers besitzt. Es ist so zum Beispiel mit diesem User auch möglich Tabellen zu löschen und Werte in jeder beliebigen Datenbank zu manipulieren.

Anschließend müssen wir das soeben gewählte Passwort noch einmal bestätigen. Fertig!

1.4 OwnCloud herunterladen und installieren

OwnCloud ist zwar in den Paketquellen von Ubuntu und Debian enthalten, jedoch ist die Aktualisierungsfrequenz der Binarys nicht so hoch wie die der Sourcecodes auf der Projektseite. Um hier immer flexibel zu bleiben setzen wir auf eine manuelle installation – aber keine Sorge. Das ist kein Hexenwerk!

Ich habe mich für eine Installation unter dem Pfad /usr/share/owncloud entschieden. Das „offizielle“ nginx Verzeichnis für Webinhalte lautet zwar eigentlich /usr/share/nginx/html, aus „Sicherheitsgründen“ möchte ich aber owncloud nicht mit anderen Projekten vermischen. Die Installation mittels Paketmanager würde ebenso im Verzeichnis /usr/share/owncloud erfolgen.

Im Detail werden wir nun im Verzeichnis /usr/share die aktuelle ownCloud Version herunterladen, entpacken und den Besitzer des Ordners ändern, sodass ownCloud auch Schreibrechte in diesem Ordner hat.

Nachdem wir das nun geschafft haben nehmen wir einige Konfigurationseinstellungen vor um unseren MySQL-Server und nginx-Webserver auf Owncloud vorzubereiten.

2. Konfigurationsarbeiten

2.1. MySQL-Datenbankuser und -Datenbank für Owncloud erzeugen

Im Schritt 1.3. haben wir neben dem MySQL-Server auch den MySQL-Client installiert. Diesen nutzen wir nun um uns mit der Datenbank zu verbinden und tippen dazu folgendes in die Console:

Nun sind wir mit dem MySQL-Server als User root verbunden und müssen uns noch authentifizieren. Wir tippen nun das im Schritt 1.3. gewählte Passwort ein und landen auf der MySQL-Konsole.

Hier erzeugen wir nun eine neue Datenbank mit dem Namen „owncloud“, in der unsere Owncloud-Instanz all ihre Tabellen und Daten ablegen kann.

Damit Owncloud nicht den root-User nutzen „muss“ (was ziemlich unsicher wäre, da Owncloud dann auch außerhalb der soeben erstellten Datenbank operieren dürfte) erstellen wir nun einen Nutzer – ich habe als Namen der Einfachheit halber auch „owncloud“ gewählt – Beachtet dass ihr ‚mysqlowncloud‘ durch ein Passwort eurer wahl ändert. Merkt euch dieses gut – ihr werdet es bald brauchen!

Die MySQL-Konsole verlassen wir und kehren zur Linux-Shell mit einem einfachen Befehl zurück:

Auf der MySQL-Datenbank haben wir nun alles Vorbereitet und können mit der Konfiguration des Webservers fortfahren.

2.2 Konfiguration von nginx für den Betrieb von Owncloud

Nun kommt der etwas schwierigere Part – die Konfiguration des Webservers. Im Auslieferungszustand ist nginx noch ziemlich doof. Er taugt gerademal dazu einige statische HTML-Seiten anzuzeigen – völlig ungeeignet für Owncloud. Um dies zu ändern müssen wir die Konfiguration der virtuellen http-Server anpassen und angeben unter welchem Port und welchem Server ownCloud erreicht werden kann und wo die Dateien von ownCloud auf unserem Server liegen. Diese Änderungen führen wir alle in der Datei /etc/nginx/sites-available/default durch.

Um jederzeit die Ausgangskonfiguration wiederherstellen können, erstellen wir zunächst eine Sicherungskopier der Datei:

Ich stelle euch jetzt meine ziemlich sichere Default-Konfiguration vor – wenn ihr diese 1:1 übernehmen wollt, geht ihr am Besten wie folgt vor:

Hier fügt ihr nun den gesamten nachfolgenden Inhalt in diese Datei ein:

Nun müssen wir noch die neue Konfiguration in nginx durch einen Neustart aktivieren. Die geschieht einfach mittels:

2.3 OwnCloud konfigurieren

Nun haben wir es fast geschafft. OwnCloud ist nun per Webinterface erreichbar – die initiale Einrichtung steht aber noch aus. Beim ersten Aufruf unserer eigenen OwnCloud-Instanz werden wir daher mit der Installationsroutine begrüßt. Wir rufen nun also zuerst in unserem Broser den Hostname / die IP des Rechners in unserem Netzwerk auf, auf dem ownCloud läuft – IP-Adresse und Hostname kennt nur ihr – die nachfolgende Zeile müsst Ihr also auf eure Gegebenheiten anpassen:

z.B.: http://owncloud/ oder http://192.168.0.10/

Das Ergebnis:

Wir müssen hier nun die letzten Eintragungen vornehmen, bevor wir mit ownCloud loslegen können.

Administratorkonto anlegen – Um sich überhaupt in ownCloud anmelden zu können und z.B. weitere User anlegen zu können, muss man zunächst einen Benutzer mit den Rechten Administrator erstellen. Folgende Eingaben werden von euch erwartet:

1. Feld = selbstgewählter Benutzername eures Administrator-Users (z.B. admin)
2. Feld = ein selbstgewähltes, möglichst sicheres Passwort (sorgfältig aufbewahren)

Datenverzeichnis – Hier muss der Server-Pfad zu unserem Datenverzeichnis eingetragen werden – wenn ihr bisher alle Schritte 1:1 bevolgt habt sollte hier „/usr/share/owncloud/data/“ stehen.

Datenbank einrichten – Hier müssen wir die im Schritt 2.1 gewählten Benutzername und Passwörter eingeben – in meinem Beispiel:
1. Feld = owncloud
2. Feld = HierDeinPasswortEintragen
3. Feld = owncloud
4. Feld = 127.0.0.1

Nachdem wir uns nochmal vergewissert haben, dass alle Eingaben korrekt sind können wir die Installation abschließen. Etwaiige auftretende Fehlermeldungen können wir fürs erste getrost ignorieren.

OwnCloud läuft und ist nun im lokalen Netzwerk erreichbar. Auf die eigene Cloud greift ihr weider mittels des Hostnamens bzw. der IP des Rechners, auf dem ownCloud läuft, zu!

Viel Spaß mit eurer eigenen Cloud!

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